Wudritz und Schlabendorfer See

Ansprechpartner im Aktionsbündnis

Helmut Donath (Biologischer Arbeitskreis Luckau im NABU)
donath.caule@web.de

Die Wudritz (Otterfließ) verlor im Rahmen der Erschließung des Tagebaus Schlabendorf-Süd um 1978 ihr Quellgebiet, welches etwa im Bereich des heutigen Drehnaer Sees lag. Heute wird sie aus dem Schlabendorfer See gespeist und verläuft über 17 km mit hochbelastetem Wasser, bevor sie als Ragower Kahnfahrt bei Ragow direkt in die Spree mündet.

Noch während des Bergbaus besaß der Bach eine ausreichende Wasserqualität und Struktur für eine artenreiche Fauna, wie Untersuchungen von DONATH & ILLIG (1988) zeigten. Etwa ab 2000 wurde die Verockerung immer dramatischer, so dass inzwischen der gesamte Lauf, einschließlich der Ragower Kahnfahrt, eine lebensfeindliche Veränderung erfahren hat. Das heutige Fehlen von zwei vor 1990 nicht seltenen sensiblen Libellenarten der FFH-Richtlinie (Grüne Flussjungfer, Asiatische Keiljungfer) in der Hauptspree unterhalb Ragow könnte ein deutlicher Hinweis auf eine bereits eingetretene Schädigung dieses Gewässers sein!

Ursprünglich sollte eine Wasserreinigungsanlage zur Eisenausfällung die Wudritz vor dem belasteten Wasser aus dem Schlabendorfer See schützen. Nachdem festgestellt wurde, dass die Anlage wegen der hohen Eisenbelastung des Sees (130 mg/l) ihre Funktion nicht erreichen kann, wurde sie wieder außer Betrieb genommen und in einen Hafen für Segelboote umgebaut.

Bis zum Jahresbeginn 2013 erfolgte keine Ausleitung des mit Eisen und Sulfat hoch belasteten Wassers aus dem Schlabendorfer See. Der See hatte inzwischen einen so hohen Stand erreicht, dass unmittelbar Gefahr für die Ortslage von Schlabendorf bestand. Am Nordufer des Schlabendorfer Sees lag der Wasserspiegel deutlich über dem Niveau des anschließenden Geländes in Richtung Garrenchen. Das extrem belastete Wasser sickerte durch den Schutzdamm und sammelte sich aus den Schweißgräben im Lorenzgraben. Da der Lorenzgraben unterhalb von Egsdorf in die Wudritz mündet, gelangte das verockerte Wasser in die Wudritz. Erst nach der Absenkung des Wasserstandes im Schlabendorfer See durch Überleitung in den Lichtenauer See, ging der Austrag in diesem Bereich wieder deutlich zurück.

Obwohl noch im Januar 2013 abgelehnt, wurde im Februar die Kalkung des Schlabendorfer Sees von der LMBV als Sofortmaßnahme zugesagt. Der Einsatz des Sanierungssschiffes ab Sommer 2013 in Verbindung mit weiteren Maßnahmen hat bereits eine messbare Verbesserung der Situation herbeigeführt.

Forderungen des Aktionsbündnisses

  • Höchstmöglicher Rückhalt von Eisenhydroxid im Schlabendorfer See;
  • Behandlung auch des oberhalb liegenden Drehnaer Sees;
  • Sanierung des verockerten Wudritzlaufes und langfristige Wiederherstellung von Wasserqualität und Bachstruktur;
  • Prüfung der Auswirkungen der Überleitung in den Lichtenauer See und ggf. Sanierungsmaßnahmen in diesem Naturschutzgebiet;
  • Keine Einleitung von belastetem Wasser in das FFH-Gebiet Stoßdorfer See.

Geplante, laufende und abgeschlossene Maßnahmen

  1. Überleitung und Neutralisation von belastetem Wasser vom Schlabendorfer See in den Lichtenauer See
    • Diese Maßnahme ist kein unmittelbarer Beitrag im Kampf gegen die Verockerung, sondern eine Notmaßnahme zur Gefahrenabwehr wegen des erhöhten Wasserstandes im Schlabendorfer See. Der Wasserstand im Schlabendorfer See hat inzwischen etwa den geplanten Wert erreicht. Die ökologischen Auswirkungen (Neutralisation mit Natronlauge) auf das Naturschutzgebiet Lichtenauer See können noch nicht abgeschätzt werden.
  2. Ableitung von Wasser aus dem Lichtenauer See in die Schrake-Dobra
    • Es zeigen sich jetzt Probleme mit hohen Wasserständen in der Schrake-Dobra.
  3. Neutralisierung per Sanierungsschiff im Ostteil des Schlabendorfer Sees im Sommer/Herbst 2013
    • Optisch zeigte sich eine erhebliche Ausfällung von Eisenhydroxid im See. Das inzwischen in geringerer Menge ablaufende Wasser hat nicht mehr so hohe Eisenfrachten zu transportieren.
  4. Behandlung des stark verockerten Wassers im Lorenzgraben im Sommer/Herbst 2013 durch Zusatz von Natronlauge, Überleitung in Erdbecken sowie Teiche im Raum Garrenchen / Egsdorf) zur Ausfällung von Eisenhydroxid
    • Die Maßnahmen haben offensichtlich zu einer deutlichen Reduzierung der Eisenfracht im Bereich der Wudritz und Ragower Kahnfahrt beigetragen. Erst nach einer vollständigen Beräumung lässt sich aber die Wirksamkeit einschätzen. Zeitweise waren die Zusätze von Natronlauge so hoch, dass die Grenzwerte im alkalischen Bereich erheblich überschritten waren.
  5. Beräumung von Abschnitten der Wudritz und Ragower Kahnfahrt
    • Diese Maßnahme wurde 2013 bereits begonnen, bevor eine Verbesserung der Wasserbeschaffenheit erreicht werden konnte, was mit Sicherheit zu einer starken Verfrachtung in die Hauptspree geführt hat. Nach der erfolgreichen Behandlung des Wassers im Schlabendorfer See ist vollständige die Entschlammung bei gleichzeitigem Rückhalt des Eisenhydroxids im Ursprungsbereich notwendig.
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