Talsperre Spremberg

Ansprechpartner im Aktionsbündnis

Edelbert Jakubik
Tel.: 035603-60113
Jakubik.spreewald@t-online.de

Die Talsperre Spremberg wurde 1965 zur Hochwasserentlastung und Niedrigwasseraufhöhung der Spree in Betrieb genommen. Ihre Aufgabe zur Regulierung der Durchflüsse in der Spree wird jetzt zunehmend durch die Funktion als Flusskläranlage überlagert. Obwohl die Talsperre Spremberg nie für diesen Zweck vorgesehen war, leistet sie derzeit den entscheidenden Beitrag dafür, dass die Eisenfrachten aus dem sächsischen Raum nicht in Richtung Spreewald weiterfließen.

Nach Untersuchungen aus dem Jahr 2012 erreichen täglich 6,2 t Eisen die Talsperre Spremberg. Das sind ca. 2000 t / Jahr, die sich als Mischschlamm am Talsperrenboden absetzen. Untersuchungen des IWB (2013) haben ergeben, dass so im Sommer ca. 70 bis 90 % der Eisenockerfracht in der Talsperre zurückgehalten werden. Im Winter beträgt die Wirkung 40 bis 60 %. In der Regel kann so ein Wert von unter 1 mg/l Eisen unterhalb der Talsperre gewährleistet werden.

Damit ist das Problem aber nicht gelöst. Denn je länger die Talsperre mit den erhöhten Ockerfrachten belastet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei Hochwässern - und damit kürzeren Verweilzeiten des Wassers in der Talsperre - das Eisenhydroxid wieder aufgenommen und spreeabwärts verfrachtet wird. Einen Eindruck davon konnte man beim Juni-Hochwasser 2013 bekommen (s. Foto). Obwohl der Eisenwert unterhalb der Talsperre nach amtlichen Angaben die Grenze von 2 mg/l nicht überschritten hat, sind aufgrund der langanhaltenden erhöhten Abflüsse, die teils das 7-fache des normalen Wertes erreichten, erhebliche Eisenfrachten in Richtung Spreewald unterwegs gewesen. Das folgende Diagramm verdeutlicht den Rückhalteeffekt der Talsperre, aber auch die erhöhte Eisenfracht im weiteren Spreeverlauf unter dem Einfluss des Hochwassers (Quelle: MUGV, 2013).

Aber auch ohne Hochwasser ist es eine Frage der Zeit, bis die Talsperre ihrer neuen Funktion als Flusskläranlage nicht mehr gerecht werden kann. Wenn das Hauptbecken sukzessive immer mehr Eisen-Mischlamm aufnehmen muss, ist absehbar, dass die Eisen-Rückhaltefunktion aufgrund des verringerten Volumens und der verkürzten Verweilzeiten des Wassers nachlässt.

Dieser Effekt ist in Niedrigwasserzeiten bereits jetzt zu erwarten. Mit der notwendigen Sanierung der Staumauer von August bis Dezember 2014 kann es bereits in diesem Jahr dazu kommen, dass die Eisenfrachten für diesen Zeitraum nicht mehr in der Talsperre zurückgehalten werden können. Um dies zu verhindern, laufen von Seiten des MUGV mit Unterstützung der LMBV Vorbereitungen zur Verbesserung der Rückhaltefunktion in der sogenannten Vorsperre, vor dem Hauptbecken.

Die Talsperre Spremberg ist nicht nur ein Becken für den Hochwasserschutz und die Niedrigwasseraufhöhung. Sie ist auch Lebensraum einer vielbeachteten Vogelwelt, Angelgewässer und ein Standbein für den Tourismus in der Region. Das drückt sich u.a. in der Ausweisung als Naturschutzgebiet aus. Mit der Funktion als Flusskläranlage für die sächsische Eisenfracht der Spree ist ihre Bedeutung für die Natur und die Menschen in der Region künftig in Frage gestellt.

Forderungen des Aktionsbündnisses

  • Kurzfristige und effektive Maßnahmen zur Rückhaltung und Entsorgung der Ockerfrachten im Bereich der Vorsperre, die eine nachhaltige Entlastung des Hauptbeckens bewirken.
  • Intensivierung der gemeinsamen Aktivitäten der brandenburgischen und sächsischen Landesregierungen zur Verminderung der Verockerung der Spree im sächsischen Raum
  • Zügige Umsetzung der im Februar 2013 angekündigten Sofortmaßnahmen im Südraum s.u.
  • Weiterentwicklung des Maßnahmenprogramms zur vollständigen Vermeidung der Verockerung der Spree - Die bisherigen geplanten Maßnahmen werden eine maximale Entlastung von 15 % für die Spree erbringen.

Geplante, laufende und abgeschlossene Maßnahmen

Maßnahmen zur verbesserten Rückhaltung von Eisenhydroxid sollen bereits mit Beginn der Absenkung des Wasserstandes zum Zweck der Talsperrensanierung bis Ende Juli 2014 greifen. Näheres wird durch das MUGV bzw. das LUGV bekannt gegeben.

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