Spreewald – Südumfluter und Spree

Ansprechpartner im Aktionsbündnis

Isabell Hiekel
Tel.: 035474-15331
isabell.hiekel@google
mail.com

Der Spreewald ist eine einzigartige Landschaft am Mittellauf der Spree - ein UNESCO-Biosphärenreservat dessen Alleinstellungmerkmal ein weitverzweigtes artenreiches Gewässernetz ist. Dieses bildet auch die Grundlage für den Spreewaldtourismus mit Kahnfahrten und Bootstourismus.

Der Fluss verzweigt sich hier über dem sogenannten Burger Schwemmsandfächer in ein Labyrinth aus vielen Gewässern, die den Oberspreewald bilden. Nach dem Zusammenfluss bei Lübben spaltet sich die Spree wiederum in viele Fließe. Markant für diese Landschaft ist das geringe Gefälle, das hier die Ablagerung von Schwebstoffen fördert, die die Spree mitführt. Diese Eigenart der Landschaft könnte dem Spreewald jetzt zum Verhängnis werden. Wenn es nicht gelingt, den Strom eisenhaltigen Wassers aus dem sächsischen Raum und den südlichen Zuflüssen zu unterbinden, ist mit einer kontinuierlichen Anreicherung der Spreewaldfließe mit Eisenocker zu rechnen.

Eine Beräumung der Fließe und Entsorgung des Eisenschlamms ist im inneren Spreewald, wenn überhaupt, nur mit sehr großem Aufwand möglich. Es ist zu befürchten, dass mit der schleichenden Verockerung der Gewässer das Ökosystem nachhaltig geschädigt wird und damit sowohl der Status als UNESCO-Biosphärenreservat als auch die Grundlage des Spreewaldtourismus in Frage gestellt wird.

Bisher ist von der Belastung mit Eisenhydroxid maßgeblich der Südumfluter im Oberspreewald betroffen. Hier münden 4 der 7 südlichen Zuflüsse des Spreewaldes ein: das Greifenhainer Fließ, das Vetschauer Mühlenfließ, das Göritzer Mühlenfließ und die Dobra (Schrake).

Abb.: Mündung der Wudritz (von links kommend) in die Hauptspree, 13. Juni 2013 Abb.: Mündung der Wudritz (von links kommend) in die Hauptspree, 13. Juni 2013

Nach Untersuchungen des IWB (2013) bewegt sich die Eisenkonzentration des Südumfluters zwischen 5 und 8 mg/l. Besonders in abflussreichen Wintermonaten steigt die Eisenfracht aufgrund der Mobilisierung der Sedimente stark an und erreicht im Südumfluter eine Fracht von 3000 kg/Tag. Diese Fracht bewegt sich in Richtung Lübbenau. Wenn sie im touristischen Zentrum des Oberspreewaldes angekommen ist, wird es immer schwieriger, fast unmöglich, den Schlamm aus den Gewässern zu holen und zu entsorgen.

Weitere erhebliche Einträge erfolgen über die Wudritz in die Hauptspree unterhalb Lübbenau und über die Berste in Lübben.

Die Abbildung (oben links) aus der Studie des IWB zum Nordraum (2013) zeigt die Situation vor Inbetriebnahme der GWRA Vetschau.

Forderungen des Aktionsbündnisses

  • Beräumung des Südumfluters, um die Ockerfracht in Richtung Lübbenau zu reduzieren. Dazu wird vorgeschlagen, an der Radduscher Mühle einen Schlammfang einzurichten und regelmäßig zu beräumen.
  • Intensivierung der Maßnahmen zur Verminderung der Eiseneinträge über die Südzuflüsse in den Spreewald
    • Intensivierung der Sofortmaßnahmen zur Errichtung einer Barriere vor dem Biosphärenreservat
    • Intensivierung der Maßnahmen zur Behandlung der Eisenbelastung in ihren Entstehungsgebieten (Quellgebiete)
  • An der Talsperre Spremberg: Kurzfristige und effektive Maßnahmen zur Rückhaltung und Entsorgung der Ockerfrachten im Bereich der Vorsperre, die eine nachhaltige Entlastung des Hauptbeckens bewirken.
  • Im sächsischen Raum: Intensivierung der gemeinsamen Aktivitäten der brandenburgischen und sächsischen Landesregierungen zur Verminderung der Verockerung der Spree im sächsischen Raum

Geplante, laufende und abgeschlossene Maßnahmen

Die Beräumung des Südumfluters wird von Seiten des Aktionsbündnisses als vordringliche Aufgabe angesehen, um die Ockerfracht vor dem touristischen Zentrum des Oberspreewaldes abzufangen. Seit dem Frühjahr 2013 ist diese Forderung mehrfach an das LUGV als verantwortliche Behörde herangetragen worden. Bisher gab es dazu keine verbindliche Reaktion.

Ihr Browser wird zur Darstellung von Google Maps nicht mehr unterstützt.