Berste

Ansprechpartner im Aktionsbündnis

Für Ober- und Mittellauf (Quellgebiet / Luckau):
Helmut Donath
Tel.: 035453-69999
donath.caule@web.de

Die Berste speist sich aus Bächen, die alle ihren Ursprung in zahlreichen Quellen am Nord- und Westabhang des Niederlausitzer Landrückens haben. Erst ab Luckau sind die wesentlichen Zuflüsse in einem träge dahin fließenden Flüsschen vereint, das nach insgesamt ca. 35 die Spree in Lübben erreicht. Mit ihren mittleren jährlichen Durchflüssen von ca. 1 m3/s stellt die Berste einen der bedeutenden südlichen Zuflüsse des Spreewaldes dar.

Ansprechpartner im Aktionsbündnis

Für Unterlauf (Lübben):
Peter Stephan
Tel.: 03546-272118
peter-k-stephan@t-online.de

Die Eisenbelastung der Berste zeigt sich vor allem im Gebiet des Oberlaufes südlich von Luckau. Hier wurde ist seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts der Einfluss des Braunkohlebergbaus nachweisbar. Aktuell besonders kritisch sieht die Situation in den Zuflüssen aus dem Raum Weißack / Bornsdorf / Grünswalde aus. Hier existierten zahlreiche Hangmoore auf dem Landrücken bzw. an dessen Abhang zum Luckauer Becken hin. Während des Sümpfungsprozesses für den Tagebau Schlabendorf Süd sind diese Moore wegen ihrer Lage auf durchlässigen Böden tiefgründig trocken gefallen. Mit dem nachfolgenden Grundwasserwiederanstieg infiltrieren nun eisenhaltige saure Grundwässer in die Bäche. Alle Quellgebiete und abfließenden Bäche zeigen heute massive Verockerungen. Der Weitertransport führt einerseits über den Kohlegraben zum Goßmarer Fließ (Gehrener Berste) bis hinein in den Luckauer Stadtgraben und andererseits über den Teichhausgraben (dabei noch belastetes Wasser aus dem Bereich der Bornsdorfer Teiche aufnehmend) zum Berste-Fließ, wo bereits die Ockerfracht aus Richtung Bergen-Weißacker Moor enthalten ist.

In der Berste werden hier Konzentrationen von 50 mg/l Eisen erreicht. Nach der Passage des NSG Borcheltbusch südlich Luckau, hat das Gewässer infolge Verdünnung und Eisenrückhalt einen deutlich verringerten mittleren Eisengehalt von 2 – 4 mg/l. Im Winter liegen die Werte doppelt so hoch. Damit wird der Spree in den Wintermonaten immerhin eine Eisenfracht zwischen 400 und 1.200 kg / Tag zugeführt (Quelle: 2. Eisenstudie Nordraum, 2013).

Forderungen des Aktionsbündnisses

  • Im Zusammenhang mit Behandlung und Ableitung des Wassers im bzw. vom Stiebsdorfer See ist die Überleitung auch in das Bergen-Weißacker Moor einzuplanen. Der noch in großen Teilen erhaltene Torfkörper enthält erhebliche Eisenmengen und muss allein schon deshalb mit hohen Wasserständen gesichert werden!
  • Der Wasserrückhalt in den Quellmooren ist weiter zu verbessern, um den Austrag von Eisenhydroxid zu verringern. Wenn nötig, sollten dafür notwendige und geeignete Flächen erworben werden.
  • Eingriffe im FFH-Gebiet Borcheltsbusch werden grundsätzlich abgelehnt! Das Niedermoor besitzt ein hohes natürliches Ausgleichspotenzial und trotz der Belastungen von außen noch immer einen relativ guten Erhaltungszustand.
  • Es ist zu prüfen, ob eine Wasserbehandlung in einem Teil der Bornsdorfer Teiche erfolgen kann.
  • Weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sind möglichst in den Ursprungsgebieten der Eisenfracht einzuplanen.

Geplante, laufende und abgeschlossene Maßnahmen

  1. Das Beispiel Bornsdorfer Grubensee (Alte Grube) zeigt sehr anschaulich, dass das Gefährdungspotenzial in diesem Raum bereits sehr früh sichtbar wurde. An dem See existiert seit Jahrzehnten ein Waldbad mit Campingplatz. Im Frühjahr 2000 kam es im See zu einem Fischsterben und einer Türkisfärbung des Wassers. Bald zeigte sich, dass der pH-Wert auf etwa 3 abgesunken war. Die Ursache war ein kleiner Schalengraben, der jetzt wieder Wasser in den See leitete. In einem kleinen ehemaligen Moor wenige 100 m südlich war das Grundwasser wieder angestiegen und führte nun Wasser mit pH-Werten um 2,5! Nach heftigen Bürgerprotesten konnte die LMBV dazu bewegt werden, den See zu neutralisieren. Herr Prof. Dr. Gruhn vom Luckauer Anglerverband hatte auf Eigeninitiative nachweisen können, dass das bei etwa 10 m Tiefe in den See einströmende Grundwasser neutral ist. Die Absperrung des Zuflusses (Ableitung in die Vorflut Richtung Berste- Fließ/Borcheltsbusch) ermöglichte die erfolgreiche Neutralisierung des Sees mit verdünnter Natronlauge.
  2. 2013 wurde eine Maßnahme der LMBV zur Verbesserung des Wasserrückhalts im NSG Borcheltsbusch erfolgreich umgesetzt. Ein von der unteren Wasserbehörde berufener Staubeirat soll nun dafür sorgen, dass mit dem optimierten Wasserrückhalt auch der Austrag von Eisenhydroxid vermindert werden kann.
  3. Im Jahr 2013 wurde im LUGV das Gewässerentwicklungskonzept (GEK) „Berste" abgeschlossen, das eine Reihe von Maßnahmenvorschlägen zur Herstellung des guten Zustandes gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie enthält. Für die verockerten Gewässerabschnitte oberhalb Luckau sollen zunächst Maßnahmen der LMBV auf den Weg gebracht werden, die noch genauer zu planen sind.
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