Ocker ohne Ende - eine unbefriedigende Bilanz. Das Aktionsbündnis „Klare Spree“ im Gespräch mit der LEAG und Landesbergamt

Das Aktionsbündnis „Klare Spree“ (ABKS) bleibt auch in Zukunft ein kritischer aber konstruktiver Gesprächspartner von Unternehmen und Behörden, mit denen es regelmäßig die Maßnahmen gegen die Verockerung und Sulfatbelastung der Spree berät, abstimmt und kontrolliert. Dies haben die Beiratsmitglieder des ABKS in ihrem Arbeitsgespräch mit den Vertretern der LEAG Herrn Arnold und Dr. Koch sowie Herrn Sell und Herrn Neumann vom Landesbergamt am 26. September in Cottbus deutlich gemacht.

Das Aktionsbündnis lobte, dass viele der Sofortmaßnahmen Ergebnisse aufzeigen, die eine Verringerung der Einträge nachweisen. So hat u.a. die „Barriere“ für den Spreewald oder die Bekalkung der Spree vor der Talsperre positive Effekte auf die Wasserqualität gebracht. Dagegen ist im Spremberg keinerlei Verbesserung sichtbar und viele Zuläufe der Spree sind nach wie vor extrem mit Ocker belastet. Eine langfristige Reduzierung der Eisen- und Sulfatbelastungen in der Spree und ihren Nebenflüssen, insbesondere vor Spremberg, ist nicht in Sicht. Hier sind dringend weitergehende Maßnahmen erforderlich.

Das Aktionsbündnis kritisiert weiterhin, dass das im Dezember 2015 vom Landtag geforderte „Strategische Gesamtkonzept zur Senkung der bergbaubedingten Stoffeinträge“ noch immer nicht vorliegt. Es ist nicht hinnehmbar, dass erst in 2019 „realistische Zielwerte“ für Eisenocker definiert sein sollen und danach weiterführende Maßnahmen geprüft und geplant werden. Das Aktionsbündnis fordert vorbergbauliche Wasserqualitäten, d.h. mindestens den Zielwert von 1,8 mg/l Eisen gemäß Gewässerverordnung für verbindlich zu erklären. Weiterhin fehlen noch immer ein Deponierungskonzept für die Ockerschlämme aus Flüssen und Seen sowie die Studie zur Sulfatbelastung.

Wiederholt stellten die Vertreter des Aktionsbündnisses die Notwendigkeit der Beräumung der Spremberger Talsperre heraus, um eine Katastrophe für den Cottbusser Raum und das Biosphärenreservat Spreewald im Hochwasserfall zu verhindern. Die Vorsperre sollte bereits im Jahr 2017 beräumt werden, was bisher nicht geschehen ist. Eine technische Lösung zur Beräumung der Hauptsperre wurde von den zuständigen Behörden bisher noch gar nicht geprüft und in Erwägung gezogen.

Ebenfalls ungelöst ist die Problematik der notwendigen Quellenbehandlungen für unzählige Nebenflüsse der Spree. Dafür wurden von den zuständigen Behörden bereits vor einem Jahr Untersuchungen versprochen. Die Umleitung von belastetem Wasser aus dem Göritzer Mühlenfließ sowie die Maßnahmen zur Säuberung der Kahnfahrt in Raddusch zeigen bisher jedoch sichtbar kaum Effekte. Und auch die Umleitung von belastetem Wasser in den Südumfluter ist keine nachhaltige und umweltverträgliche Lösung.

Das Aktionsbündnis lässt nicht locker. Schon am 18. Oktober 2017 wird das Arbeitsgespräch mit Ministerpräsident Woidke in Potsdam genutzt, um die nächsten notwendige Schritte zu beraten, damit die Spree schnellstens wieder ein ökologisch intakter Fluss wird.